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Es werden Posts vom Juni, 2024 angezeigt.

Karate und der Marshmallow-Test

.... warum beim Üben auf dem Karate-Do nicht das Lustprinzip gelten sollte  Sonntagnachmittag, strahlender Sonnenschein, das Thermometer nähert sich den 30 Grad - und ich mich dem Dojo. "Na, da werden ja nicht viele Leute zum Training kommen", denke ich - und staune wieder einmal, dass sich knapp 20 kleine und große Karateka vor der Tür versammelt haben! Mit viel Freude, Schweiß und Kiai wird dann trainiert, bis kein Dogi mehr trocken ist. Und alle gehen anschließend fröhlich in den Feierabend.  Montagnachmittag, vor dem Kindertraining. Eine Mutter klagt: "Mein Sohn will irgendwie nicht mehr zum Training kommen. Also, wenn er dann in der Halle ist und das Training beginnt, dann ist das vergessen, dann hat er Spaß und auch hinterher ist er richtig glücklich. Aber zu Hause hat er einfach keine Lust auf Karate! Ich glaube, wir melden ihn ab."  Zwei Szenen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Im ersten Beispiel kommen Menschen bei schönstem Wetter ins Karate Do...

Kampfkunst und Kampfsport - sie scheinen sich zu fliehen

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... und haben sich - eh' man es denkt - gefunden.  In diesem Artikel geht es - frei nach J. W. Goethe - um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Kampfkunst und Kampfsport. Und um die Frage, ob Kampfsport auch unter den Begriff "Budo" eingeordnet werden kann.  Vorneweg schildere ich eine Diskussion aus meiner Ausbildung zur Budopädagogin: Gleich im ersten Modul sollten wir in Zweiergruppen genau das oben genannte Thema bearbeiten: Zunächst ging es darum, Unterschiede zwischen Kampfkunst und Kampfsport zu sammeln. Hier fielen meinem Partner und mir zahlreiche Aspekte ein! Nach einer bestätigenden Auswertung sollten wir dann Gemeinsamkeiten zwischen Kampfkunst und Kampfsport suchen. Auch hier waren wir kreativ und brachten viele Aspekte zusammen - wenn auch deutlich mehr diskutiert wurde. Die nachfolgende Auswertung war verstörend: All unsere aufgeführten Gemeinsamkeiten wurden gestrichen! Es gäbe keine Gemeinsamkeiten. Null. Nichts. Ich war verwirrt. Das entsprach nun ü...

Schönheit und Glück im Karate

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 "Karate reicht nur für ein kleines Glück." "Die Schönheit im Karate liegt in der Zweckmäßigkeit der Techniken."  Diese zwei Zitate meines geschätzten Senseis Risto Kiiskilä prägen seit vielen Jahren meinen Karate Do. Beließe man es bei diesen zwei Sätzen, könnte man ins Grübeln kommen, warum sich so viele Menschen tagein, tagaus mit unserer Kampfkunst (und anderen Kampfkünsten) beschäftigen - klingen die Worte nicht etwas trost- und glücklos? Setzt man sich dann noch mit der Budo-Philosophie, die die Grundlage der japanischen (im weiteren Sinne auch: der asiatischen) Kampfkünste ist, kommen doch insgeheim Gedanken auf, ob das Praktizieren der Künste nur dem Durchleben verschiedenster Entbehrungen, Leiden und Schmerzen dient, der Ich-Aufgabe und der aufopfernden Demut. Dass dies alles Aspekte sind, durch die Budoka gestärkt und mit einem der Vollendung entgegenstrebenden Charakter hervor gehen, ist unbestritten. Woher aber jahre- oder jahrzehntelang die Kraft nehmen...